37 Jahre Damengruppe

Auf dem Schützenfest 1966 schlug die Sternstunde für die SG Rethen. Trotzdem viele
Schützen nichts von weiblicher Konkurrenz wissen wollten, wurde mit Unterstützung des
damaligen 1. Vorsitzenden Friedrich Borsum eine Damengruppe gegründet. Von den
Gründerinnen gehören heute noch Irmgard Borsum, Else Fahrenkohl und Lina Klose
der Gesellschaft an. Sogar eine Königin wurde 1966 schon ausgeschossen.

Und nach dem Schützenfest begann auf den Ständen des Club 72 ein eifriges Training. Be-
reits 1967 nahmen wir an den Rundenwettkämpfen im Kreisverband Hildesheim-Marienburg teil. Am meisten amüsiert mich noch heute meine „Schießausrüstung”. Eine abgelegte Winterjacke und pelzgefütterte Winterstiefel – heute undenkbar –. Jedoch ein eigenes Gewehr (eine 150er Feinwerkbau) war vorhanden. Die anderen Schützenschwestern waren ähnlich ausgerüstet.

Doch es ging ständig aufwärts. Unter Anleitung von Ingrid Stuke wurde zusätzlich eifrig
trainiert. Auf der Landesmeisterschaft 1978 hatten sich Else Fahrenkohl und Ingrid Stuke
qualifiziert und die SG Rethen bei der Deutschen Meisterschaft in München vertreten. Ich
durfte die beiden damals als Betreuerin (heute sagt man ja Coach) begleiten. Else und
Ingrid mussten seinerzeit Sonntag morgen starten. Der Taxifahrer, der uns vom Hotel nach Hochbrück bringen sollte, kannte sich leider in München nicht aus, so dass wir erst kurz vor dem Start am Stand eintrafen. Margret Chytry , die mit in der Auswertung saß, wartete schon mit den Startnummern der beiden in der Hand vor der Anlage. Es reichte für beide zu guten Mittelplätzen.

Unsere Ergebnisse wurden von Jahr zu Jahr besser. Zunächst haben wir auf 12er Scheiben
geschossen, dann auf 10er. Die 10 wurde kleiner, es war mehr Genauigkeit beim Zielen und beim Abzug gefragt. Was haben wir auf diese Scheiben geschimpft. Heute spricht keiner mehr darüber.

Wir fuhren zu Pokalschießen und füllten die Regale im Schützenhaus mit Pokalen. Wir gewannen 1. Plätze bei Kreis- und Landesmeisterschaften.

Jetzt schmücke ich mich einmal mit fremden Federn. 1987 nahm Tanja von der Osten-
Fabeck, geb. Stuke an der Deutschen Meisterschaft in München teil und wurde – damals
14 Jahre alt – im Luftgewehr-Dreistellungskampf Vize-Meisterin. Der Empfang in der Braunschweiger Straße war phänomemal und ist in die Geschichte der SG Rethen eingegangen. Auch 1989, 90 und 92 nahmen junge Schützenschwestern an der Deutschen Meisterschaft teil. 1992 wurde eine Damen-Juniorenmannschaft Deutscher Meister (Tanja Stuke, Anja Baden und Silvia Bublitz).

2002 und 2003 gewannen die Damen die Rundenwettkämpfe Hildesheimer-Rose. Zu den
RWK 2003/2004 haben wir wieder 2 Damen- und 1 Damen-Altersmannschaft gemeldet.

Eine Senioren-Mannschaft konnte mangels Masse leider nicht mehr gemeldet werden. Aber
ich denke, es wird immer weiter gehen.

Inzwischen schießen die Damen der 1. Stunde sitzend Auflage. Diese Disziplin wurde ein-
geführt, um die Damen ab 46 nicht mehr – nur noch wenn sie mögen und können – mit
Freihandschießen zu quälen. Trotzdem können wir uns aber auch noch in der Seniorenklasse profilieren. 2002 und 2003 nahm Uta Wagner, die immer noch für 370 Ring stehend Freihand gut ist, an der Deutschen Meisterschaft teil und konnte sich in diesem Jahr einen 14. Platz sichern. Sie war damit die Beste aus Niedersachsen. Die Damen und die SG Rethen sind stolz auf Uta.

Seit 22 Jahren schießen wir mit den Damen des SV Laatzen um den Lecke-Pokal, ein Pokal, den unser ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Rethen – Horst Lecke – anlässlich seiner Hochzeit gestiftet hat. Dieser Pokal sollte den Kontakt zwischen Rethener und Laatzener Schützenschwestern vertiefen. Ich glaube, wir konnten ihn inzwischen 19 Mal nach Rethen holen.